Außergewöhnliche Wege in der Berufsorientierung

08-10-19, Abtsgmünd

Das 9. Forum Bildungspartnerschaften trifft sich im St. Jakobus Gymnasium in Abtsgmünd

„Bewährte und neue Wege der Bildungspartnerschaften“ – ein Thema das für über hundert Vertreter  aus Schulen und Unternehmen von Interesse war. Bereits zum neunten Mal luden Südwestmetall und die IHK Ostwürttemberg gemeinsam zum Forum Bildungspartnerschaften ein. Das St. Jakobus-Gymnasium in Abtsgmünd stellte hierfür moderne Räumlichkeiten zur Verfügung. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums sorgten für ein anspruchsvolles musikalisches Rahmenprogramm und die Dreißentalschule für ein professionelles Catering.

Als Gastgeber sprach Markus Kilian, Geschäftsführer von Südwestmetall Bezirksgruppe Ostwürttemberg, den Teilnehmern seinen Dank für ihr Engagement im Bereich der Berufsorientierung aus. „Der Übergang von der Schule ins Berufsleben wurde durch die Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen gestärkt“, so Kilian.

Nach der Präsentation des St- Jakobus-Gymnasiums durch den kommissarischen Schulleiter Oliver Stamm wurde das Pilotprojekt „Abi PLUS“ vorgestellt. Die Kooperation zwischen dem Gymnasium und Kessler & Co. GmbH & Co. KG  ermöglicht Schülerinnen und Schüler während der Schulzeit eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker zu absolvieren. 

Hubert Fuchs, Ausbildungsleiter bei Kessler und Co. GmbH & Co. KG, berichtete nicht ohne Stolz von der Einzigartigkeit des Projekts. An keinem anderen Gymnasium ist eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker integriert. Bereits am Ende der elften Klasse erhalten die teilnehmenden Schüler von der IHK Ostwürttemberg ihren Gesellenbrief und sind damit die jüngsten Zerspanungsmechaniker in Europa.

Mit den Begriffen Leistungsbereitschaft, Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit beschrieb die betreuende Lehrkraft Sabine Borner die Voraussetzung für die Ausbildung. Auf die Frage, welche Erwartungen die Auszubildenden an ihre Ausbildung hatten und wie sie die Ausbildung erleben, war die häufigste Antwort „es macht Spaß“. 

Die ersten vier Absolventen waren sich darüber einig, dass sie den Weg der schulbegleitenden Ausbildung wieder wählen würden. Voraussetzung für die Berufsentscheidung war für alle die Praxistage bei Kessler. Von den Eltern wurden positive Nebeneffekte beobachtet, wie Stärkung des Selbstbewusstseins und bessere Schulleistungen in den MINT-Fächern.

Die Begeisterung für die eigene Ausbildung war auch bei den Ausbildungsbotschaftern aus dem Handwerk zu spüren. Hans Hermann und Rico Scheunert absolvieren eine Ausbildung bei den Firmen Hümer Haustechnik und Linus Kogel Heizung und Sanitär. Sie verbinden ihre Ausbildung mit abwechslungsreicher Arbeit in einer kleinen und netten Gemeinschaft. Die jungen Unternehmer Jens Kogel und Steffen Hümer haben es nicht einfach, geeignete Auszubildende zu finden. „Wir müssen Welten bewegen, um einen Auszubildenden zu gewinnen“, so Kogel. Beide Unternehmen führen an der Friedrich-von-Keller-Schule jährlich einen Praxistag durch. Hier können Schüler praktisch mit Metall arbeiten und beispielsweise einen Engel aus Blech gestalten. Das Material und die Geräte bringen die Unternehmen an die Schule. Nicole Rathgeb, Schulleiterin der F-v-K-Schule freut sich über die Kooperationen mit dem Handwerk, mit  Kessler und Co. und vielen weiteren Unternehmen in der Region. Das Resümee zum Forum von Markus Kilian: “Bildungspartnerschaften werden von den Partnern genutzt für Innovationen und sind für die Berufsorientierung von großer Bedeutung.“