In seiner Begrüßung zeigte Markus Kilian, Geschäftsführer von Südwestmetall, auf wie Schulschließungen bei Schülern und Auszubildenden vor allem bei fehlender Elternhilfe zu Lernrückständen führen. Mit hoher Kompetenz gelang den drei Referentinnen, Empfehlungen zum Umgang mit belasteten Schülerinnen und Schüler aufzuzeigen.
Dr. Constance Richter, Professorin an der Hochschule Aalen, beschäftigte sich mit dem digitalen Unterricht und der geänderten Form des Lehrens. Wichtig bleibt die Aufgabe der Lehrkraft, die Schülerinnen, Schüler und Auszubildende zu motivieren und Raum zum Üben zu geben. Im „Homeschooling“ sei vor allem das Feedback der Lehrkraft zu kurz gekommen. Es fehlten persönliche Rückmeldungen, Nachfragen, Lob und ein erkennbarer wertschätzender Gesichtsausdruck. Auch Überforderung führt zu mangelnder Motivation. Die Lehrkraft sollte darauf achten, dass sich der Lehrstoff auf das Wesentliche konzentriert und gut verständlich ist. Nachweislich hat das Fachwissen und die soziale Kompetenz auf Schülerseite nachgelassen. Gleichzeitig hat die digitale Kompetenz zugenommen. Dazu zählen selbstständiges Recherchieren und das Beschaffen von Informationen. „Dieser Kompetenzbereich sollte in der Ausbildung und an den Hochschulen erkannt und weiter gefördert werden,“ empfahl Constance Richter. Markus Kilian bestätigte die zunehmenden digitalen Grundkenntnisse der Auszubildenden und Studierenden.
Einen vertieften Einblick in die emotionalen Probleme der Schülerinnen und Schüler gaben zwei Vertreterinnen der Schulpsychologischen Beratungsstelle Aalen. Die häufigsten Anmeldegründe für eine Beratung sind eine Lern- und Leistungsproblematik, Schwierigkeiten in Deutsch und Auffälligkeiten im emotionalen Bereich, berichtete die Psychologin Verena Wespel. Durch die Pandemie haben Motivationsprobleme, Lese- und Rechtschreibschwächen sowie Lernlücken zugenommen. Vermehrt haben sich Beratungsanfragen zur Schulangst und einem Fernbleiben der Schule. Umfragen haben darüber hinaus ergeben, dass auch Depressionen und Essstörungen häufiger auftreten. So gaben fünfzig Prozent befragter Abiturienten an, dass sie „psychisch hoch belastet“ sind. Die Ursachen hierfür erläuterte Dr. Judith Dirk. Ausgangssperren und Schulschließungen führten zu fehlenden Kontakten mit Gleichaltrigen, zu mehr Einsamkeit, weniger sportlichen Betätigungen und weniger Zeit für Hobbies. Dies alles wäre aber wichtig für ein psychisches Wohlbefinden. Markus Kilian stellte Judith Dirk die Frage, wie Lehrkräfte, Eltern und Ausbildende die Jugendlichen unterstützen können. „Zeigen Sie Interesse, halten sie einen guten Kontakt und stellen Fragen,“ so die Empfehlung von Judith Dirk. „Für eine gesunde Entwicklung junger Menschen sind vor allem ausreichend Kontakte zu Gleichaltrigen sehr wichtig.“
Markus Kilian verband den Dank an die Referentinnen mit der Bitte an die Teilnehmenden, Schülerinnen und Schülern viele praxisnahe Erfahrungen in Form von Schülerpraktika und Gruppenarbeit mit Kontakten zu Gleichaltrigen zu ermöglichen.
