Wie innovative Wasser- und Abwassertechnik entsteht und welche vielfältigen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten dahinterstehen, konnten die Teilnehmenden einer Betriebserkundung des Netzwerks SCHULEWIRTSCHAFT Neckar-Odenwaldkreis am 10. Juni 2026 bei der KUHN GmbH Technische Anlagen in Höpfingen erleben. Mit dabei waren Lehrkräfte, Berufsberater/innen der Agentur für Arbeit und andere Multiplikatoren am Übergang Schule und Beruf aus der Region, die die Ausbildungsmöglichkeiten bei KUHN kennenlernen wollten.
Das familiengeführte Unternehmen ist seit nahezu 100 Jahren auf maßgeschneiderte Lösungen in der Wasser- und Abwassertechnik spezialisiert und beschäftigt rund 200 Mitarbeitende. Die Gäste erhielten einen umfassenden Einblick in die verschiedenen Unternehmensbereiche – von der Planung und Entwicklung über die mechanische Fertigung bis hin zu Elektrotechnik, Automatisierung und Gebäudetechnik. KUHN ist insbesondere im Maschinen-, Anlagen- und Steuerungsbau für die Wasserwirtschaft ausgesprochen erfolgreich und hat sich weltweit einen Namen gemacht, der für Qualität steht. Christoph Hornbach, Ausbildungsverantwortlicher in der Personalabteilung, berichtete, dass die weiteste Maschinenlieferung bisher auf die Weihnachtsinsel in Australien ging. „Das macht schon ein bisschen stolz, wenn wir aus dem kleinen Höpfingen Maschinen in die ganze Welt liefern“, erläuterte auch Geschäftsführer Jürgen Kuhn, der das Unternehmen gemeinsam mit seinem Cousin Dr. Michael Kuhn leitet.
KUHN engagiert sich zudem seit vielen Jahrzehnten als Ausbildungsbetrieb und hat bereits mehr als 100 junge Menschen erfolgreich ausgebildet. Christoph Hornbach stellte die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten in technischen und kaufmännischen Berufen sowie die dualen Studienangebote im Bereich Maschinenbau in Kooperation mit der DHBW Mosbach vor. Besonders beliebt ist die Ausbildung zum/r Industriemechaniker/in sowie zur Elektroniker/in für Betriebstrechnik und zur Anlagenmechaniker/in Sanitär-Heizung-Klima (W/M/D) bei der KUHN Gebäudetechnik.
Bei der anschließenden Begehung des Betriebsgeländes wurde deutlich, wie technische Innovationen zur nachhaltigen Nutzung und Aufbereitung von Wasser beitragen. Die Teilnehmenden konnten dabei hautnah erleben, wie bei KUHN moderne Ingenieurskunst, handwerkliches Können und digitale Technologien zusammenwirken, um Lösungen für die Herausforderungen von heute und morgen zu entwickeln. Die Teilnehmenden konnten die Herstellung hochwertiger Maschinen für Abwasserreinigungsanlagen und Anlagen zur Trinkwasserversorgung bestaunen, die größtenteils in Handarbeit erfolgt. Besonders beeindruckend waren die teils riesigen Wasserförderschnecken, für die KUHN in Deutschland Marktführer ist.
Ein weiteres Highlight war die Vorstellung des 3D-Druck- und Hydrauliklabors. Geschäftsführer Dr. Michael Kühn war sichtlich in seinem Element, als er der Gruppe berichtete, wie sie das Labor zu Forschungszwecken und zur Entwicklung neuer Anlagen einsetzen. Mit Hilfe von Prinzipien der Bionik wurden im 3D-Drucklabor Siebe in Bienenwabenform für Abwasseranlagen erstellt. Im Hydraulik-Labor erlebten die Teilnehmenden live anhand einer nachgebauten Miniaturabwasseranlage, in welchem Winkel Rechen zum Auffangen von Abfall am besten eingestellt sein müssen, um die Fließdynamik des Wassers am wenigsten zu stören. In der hauseigenen Forschung ist die Firma KUHN so erfolgreich, dass bereits mehrere wissenschaftliche Promotionsarbeiten über die Entwicklungen bei KUHN verfasst und zahlreiche Patente angemeldet wurden.
„Sie sehen, wir haben dieses Labor hier nicht nur zum Spaß. Mit so einem Modell lassen sich physikalische Vorgänge in der Hydraulik tausendmal besser verstehen als in jeder theoretischen Unterrichtsstunde“, erläuterte Michael Kuhn begeistert.
Ergänzt wurde die Betriebserkundung durch einen Impuls zum Bildungsprojekt „IT2School“, das im Neckar-Odenwald an Schulen in Kooperation mit Betrieben angeboten wird. Gemeinsam mit Sebastian Funke, dem regionalen Experten des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) lernten die Teilnehmenden Unterrichtsmaterialien kennen, die Schülerinnen und Schülern die Grundlagen der digitalen und vernetzten Welt praxisnah und verständlich vermitteln. Anhand eines ausgewählten Moduls, dem „Internet-Versteher“ wurden konkrete Einsatzmöglichkeiten im Unterricht vorgestellt und erprobt.
„Die Betriebserkundung bei KUHN hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen ist, um jungen Menschen Ausbildungsmöglichkeiten in Zukunftsbranchen nahe zu bringen. Das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT dient hierbei als Multiplikator an der Schnittstelle zwischen Schulen und Wirtschaft. Gleichzeitig wurde deutlich, wie erfolgreich Technologie und Handwerk aus dem Odenwald in der ganzen Welt sein kann“, betonte Sibylle Brauch von der Kreishandwerkerschaft Neckar-Odenwaldkreis, die bei SCHULEWIRTSCHAFT in der Steuerungsgruppe aktiv ist.
Wir danken der Firma KUHN und Sebastian Funke vom ZSL für die spannenden Impulse und Einblicke!

