Bewerben im Zeitalter von KI

  Rückblick auf eine Veranstaltung des regionalen Netzwerks SCHULEWIRTSCHAFT Heidelberg / Rhein-Neckar-Kreis  Heidelberg/Rhein-Neckar Kreis
Online-Workshop im Medienzentrum Heidelberg zur Nutzung von KI für den Berufseinstieg

Am 12. Februar 2026 lud das regionale Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Heidelberg / Rhein-Neckar-Kreis in Kooperation mit dem Medienzentrum Heidelberg online zur Fortbildung „Bewerben im Zeitalter von KI“ ein. Rund 50 Lehrkräfte und weitere Akteure am Übergang Schule/Beruf nahmen an der Veranstaltung mit Referent Henning Müller teil.

Ziel der Fortbildung war es, Lehrkräften der Berufsorientierung und WBS sowie weiteren Interessierten zu zeigen, wie Jugendliche Künstliche Intelligenz (KI) effektiv für ihre Bewerbungen nutzen können. Henning Müller vom Medienzentrum Heidelberg vermittelte anschaulich, wie KI als wertvoller Sparringspartner in verschiedenen Phasen des Bewerbungsprozesses eingesetzt werden kann. Die Teilnehmenden erfuhren, wie sie durch KI-gestützte Medien Bewerbungen erstellen, Informationen aufbereiten und Feedback erhalten können.
Besonders wichtig für die Lehrkräfte war natürlich das Thema Datenschutz. Henning Müller stellte verschiedene DSGVO-konforme Tools wie fobizz, Telli oder Fiete vor, betonte aber, dass personenbezogene Daten wie Lebensläufe mit echten Angaben am besten nur über schuleigene, lokale Modelle bearbeitet werden sollten, die qualitativ auch schon immer besser werden. Bei lokalen Modellen verlassen die eingegebenen Daten nicht den Schulserver, da das KI-System nur im eigenen Intranet genutzt wird. 

Müller verfasste beispielhaft anhand einer Stellenausschreibung mit fobizz ein Bewerbungsanschreiben, erhielt direktes Feedback und trainierte ein Vorstellungsgespräch, um die Arbeitsmöglichkeiten mit KI zu veranschaulichen. Diese anschauliche Herangehensweise sorgte für ein lebendiges Lernen und wertvolle Einblicke in die Nutzung von KI im Bewerbungsprozess. Auch die kritische Betrachtung kam dabei nicht zu kurz. So fiel z.B. auf, dass das Feedback des Chatbots generell als zu positiv wahrgenommen wurde. Dies liegt laut Henning Müller auch an kulturellen Unterschieden, da die KI im amerikanischen Raum kreiert wurde, der zu einer sehr positiven, indirekten Kommunikation neigt, während in Deutschland klare Worte und Kritik durchaus üblich sind. Entscheidend für einen zielführenden Feedback-Dialog mit der KI sind daher klar formulierte Anweisungen und Erwartungen anhand der Prompts. Dies erfordert einige Übung, bis wirklich gute Ergebnisse erzielt werden. 

Ein weiterer Fokus lag auf der Diskussion über die Grenzen und Fallstricke der KI-Anwendungen, was den Teilnehmenden half, ein umfassendes Verständnis für die Möglichkeiten und Herausforderungen zu entwickeln. Dabei warf Henning Müller auch einen Blick über die EU-Grenzen hinaus, wo mit FinalRoundAI auch Vorstellungsgespräche mit Stimmenerkennung und Konversationsmodus geübt oder echte Gespräche live mitgeschnitten und ausgewertet können. Sogar Emotionen wie Unsicherheit erkennt die KI und kann dies entsprechend auswerten, beispielsweise als Tool für Personaler. Dies ist jedoch innerhalb der EU nicht zugelassen, veranschaulicht aber die auch bedenklichen Möglichkeiten, die bereits jetzt zur Verfügung stehen. 
Wir bedanken uns herzlich beim Medienzentrum Heidelberg und Henning Müller für die großartige Kooperation und die wertvolle Expertise, die uns in dieser Veranstaltung zur Verfügung gestellt wurde.

Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich gerne an Annika Gebauer.
 

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