Seit Ihrer Veröffentlichung im Herbst 2022 hat die Künstliche Intelligenz (KI) "ChatGPT“ erhebliche Aufmerksamkeit in den Medien gefunden und einen Paradigmenwechsel für ganze Branchen eingeläutet. Die möglichen Auswirkungen von "ChatGPT" und vergleichbaren Werkzeugen sind derzeit noch schwer abzuschätzen, doch sie sind ähnlich bahnbrechend, wie Google und Wikipedia vor zwei Jahrzehnten, die die Bildungslandschaft nachhaltig verändert haben. ChatGPT" hat die Fähigkeit, Konversationen zu führen, Erklärungen in verständlicher Sprache zu liefern und steht für Rückfragen zur Verfügung. Diese KI kann komplexe Programmierungen erstellen und fiktive Rollen einnehmen, um als überzeugender Gesprächspartner für Lernende zu fungieren. Des Weiteren ist sie in der Lage, fertige Zusammenfassungen zu generieren und sogar komplette wissenschaftliche Arbeiten zu verfassen. Dies hat auch Einfluss auf die Art und Weise, wie künftig Leistungen in schulischen Kontexten bewertet werden.
All dies ist Grund genug, sich diesem Thema in einer eigenen Veranstaltung des Netzwerkes SCHULEWIRTSCHAFT Freudenstadt zu widmen, dafür öffnete die Firma Arburg in Loßburg ihre Türen. Die hybride Veranstaltung, die in Kooperation mit dem Kreismedienzentrum Freudenstadt und dem Medienzentrum Mittelbaden durchgeführt wurde, richtete sich an Lehrkräfte sowie Vertreter*innen von Unternehmen, die Interesse daran haben, "ChatGPT" und die zugrundeliegende Technologie sowie mögliche ethische Fragestellungen im Bildungskontext genauer zu betrachten.
In den 3 Vorträgen wurden die zugrundeliegenden Technologien der neuronalen Netze von KI besprochen, um besser verstehen zu können, wo die Möglichkeiten und Grenzen dieser Technologie liegen. Darüber hinaus stellten Alexander Fischer (Medienzentrum Mittelbaden) und Michael Funk (Kreismedienzentrum Freudenstadt) anhand praktischer Beispiele die beeindruckenden Fähigkeiten und Möglichkeiten von ChatGPT und anderen "KI-Tools" für Unterricht und Schule vor, wiesen aber auch kritisch darauf hin, dass gerade in den Bereichen Datenschutz und Urheberrecht noch viele offene Fragen für Schulen zu klären seien.
Der praxisorientierte Vortrag von Thomas Steinhart, Data Scientist im Bereich IT-Analytics Services, bei Arburg für interne Datenanalysen und Künstliche Intelligenz zuständig, verdeutlichte eindrucksvoll, wie die künstliche Intelligenz in der Industrie erfolgreich angewendet werden kann und wie dies im Zusammenhang zu effektivem Lernen steht. Anhand der drei Phasen: " "erkennen - verstehen - nutzen" zeigte er eindrücklich die Parallelen zwischen Lernen bei Schüler*innen und Lernen in der Maschine auf.
Eine Frage aus dem Publikum lautete: Was muss eine Schule machen, um mit dieser „Welle“ die da auf uns zu kommt, zurecht zu kommen?
Die Antwort des Keynote Speakers Steffen Haschler (online) war klar und eindeutig: Wichtig ist (1.) genügend qualifiziertes Personal an den Schulen vorzuhalten, (2.) Lehrpläne müssen entschlackt werden, um den neuen Technologien Raum und Zeit zu geben und neues Lernen möglich zu machen und (3.) die technische Infrastruktur mit Breitbandanschlüssen und passenden technischen Endgeräten muss an den Schulen bereitstehen. Nach dieser Einschätzung lautete eines der Fazits der Veranstaltung, dass nun auch die Politik gefragt ist, um die vom Experten postulierten Bedingungen an Schulen zu fördern und die noch offenen Sicherheitsfragen zu klären, nur so stellen wir sicher, dass die „Welle“ nicht zu einer Bruchlandung wird.
Die nächste Veranstaltung von SCHULEWIRTSCHAFT zum Thema KI und ChatGPT im Bildungskontext, findet am 24.04.2024 beim Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Reutlingen statt. Nähere Informationen folgen.


