Wie können digitale Medien Schülerinnen und Schüler bei der Berufswahl und im Bewerbungsprozess sinnvoll unterstützen? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Fortbildung des regionalen Netzwerks SCHULEWIRTSCHAFT Heidelberg Rhein-Neckar-Kreis am 11. Juni 2026 im Medienzentrum Heidelberg.
Lehrkräfte der Berufsorientierung (BO) und des Fachs Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung (WBS) sowie weitere Akteurinnen und Akteure am Übergang Schule-Beruf erhielten praxisnahe Einblicke in digitale Werkzeuge und Unterrichtskonzepte, die Jugendliche bei der beruflichen Orientierung begleiten können.
Im Mittelpunkt standen digitale Unterstützungsangebote, die weit über das Erstellen von Lebensläufen oder Bewerbungsunterlagen hinausgehen. Vorgestellt wurden unter anderem:
- Das Tool CIRCLES zur Selbsteinschätzung. Es ist nach dem japanischen IKIGAI-Prinzip aufgebaut, das die folgenden vier Schwerpunkte für die Berufswahl analysiert: „Worin du gut bist“, „Was du liebst“, „Was die Welt mehr braucht“ und „Wofür du bezahlt wirst“.
- Das Tool Berufo: Dein erster Tag zur Berufsorientierung, das VR-Erlebnis, App und Berufsbörse kombiniert. Jugendliche können hier mit VR-Brille oder auch am Laptop Videos aus dem Alltag von echten Auszubildenden in Betrieben erleben und so verschiedenste Ausbildungsberufe kennenlernen. In wenigen Minuten wird in den anschaulichen Videos erläutert, was die Kernaufaufgaben in der Ausbildung sind und welche Eigenschaften man für die Tätigkeiten mitbringen sollte. Berufo stellt eine Box zum Ausleihen mit VR-Geräten, allem Zubehör und Begleitmaterial für den BO-Unterricht zur Verfügung.
- Unterstützungssysteme in Baden-Württemberg:
- Datenschutzkonforme KI-Tools wie AIS-Chat des Landes Bade-Württemberg und FOBIZZ.
Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Frage, wie junge Menschen befähigt werden können, ihre eigenen Interessen und Stärken mit den vielfältigen Möglichkeiten der Berufswelt in Einklang zu bringen. Digitale Medien eröffnen hierfür neue Chancen, indem sie Informationen anschaulich vermitteln, individuelles Feedback ermöglichen und praxisnahe Erfahrungen bereits im Unterricht erlebbar machen.
Geleitet wurde die Fortbildung kompetent und abwechslungsreich von Dr. Isabelle Evers und Norman Hanisch, medienpädagogische Mitarbeitende des Medienzentrums Heidelberg. Mit zahlreichen praktischen Beispielen, der Möglichkeit zum Ausprobieren und konkreten Unterrichtsideen gaben sie den Teilnehmenden wertvolle Anregungen für den schulischen Alltag.
Die Veranstaltung machte deutlich: Digitale Medien können die Berufsorientierung sinnvoll ergänzen und Lehrkräfte dabei unterstützen, Schülerinnen und Schüler zeitgemäß auf den Übergang in Ausbildung und Beruf vorzubereiten. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie wichtig es ist, digitale Werkzeuge bewusst und pädagogisch fundiert einzusetzen, um die Medienkompetenz junger Menschen ebenso zu stärken wie ihre Berufswahlkompetenz.
SCHULEWIRTSCHAFT Baden-Württemberg bedankt sich herzlich bei Dr. Isabelle Evers, Norman Hanisch und dem Medienzentrum Heidelberg für die gelungene Fortbildung sowie bei allen Teilnehmenden für den engagierten Austausch.



