#Fachkräfte2030

  Rückblick auf eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Ravensburg/Bodenseekreis  Ravensburg/Bodenseekreis
„Wenn ich groß bin ...“ Wer prägt, was wir beruflich machen? 

Dass Eltern für den Prozess der beruflichen Orientierung einen großen Einfluss haben, belegen zahlreiche Studien. Somit ist die Bedeutung der Zielgruppe der Eltern für die Akteure der beruflichen Orientierung immens. Jugendliche sind zum Teil den Tipps und Ratschlägen der Eltern bereits am „Frühstückstisch“ und / oder einer bestimmten Erwartungshaltung ausgeliefert. Elternarbeit findet derzeit immer noch wenig Beachtung oder wird nicht langfristig zielführend durchgeführt. Über 50 Gäste aus Schulen, Behörden, Unternehmen und Beratungsinstitutionen folgten der Einladung. Organisiert wird dieses Praxisforum federführend vom Bildungsbüro Ravensburg und der Bildungsregion Bodenseekreis unter Einbeziehung von SCHULEWIRTSCHAFT Baden-Württemberg und dem Schulamt Markdorf.

Ignatz Wetzel – Sozialdezernent vom Landratsamt Bodenseekreis – hielt in seinem Grußwort fest, dass das Portfolio der Berufsmöglichkeiten mit einer immer größeren Spezialisierung zunimmt. Dabei soll der Beruf auch noch Spaß machen. Dabei sind aus seiner Sicht manche Tätigkeiten in zahlreichen Berufen unerlässlich.

Heidi Detzel-Stroeble - Referentin für die gemeinnützige Elternstiftung Baden-Württemberg – erwähnte, dass 75 % der jungen Menschen Berufe auswählen, die ihnen persönlich vorgestellt werden. Hier ist vor allem die Vorbildfunktion der Referenten zu benennen. Seit 1974 gibt es die Elternstiftung in Baden-Württemberg. Eines der Ziele ist es, den Übergang von der Schule in den Beruf zu gestalten. Hierzu werden mehrsprachige Elternmentoren ausgebildet. Aus ihrer Sicht ist es wichtig, dass eine frühe Einbeziehung neuzugezogener Eltern erfolgt. Die Elternstiftung hat die Informationen zum deutschen Bildungssystem in 17 Sprachen übersetzt. Eltern geben oft an, dass sie aufgrund der Informationsfülle über die Arbeitswelt überfordert sind.

Vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg gab Stephanie Wössner - Leiterin der Stabsstelle Zukunft des Lernens – einen Einblick in die Welt der Jugendlichen. Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit digitalen Spielen und treffen sich im digitalen Raum. Dabei sind Spiele Innovationsmotor und geben Möglichkeiten Zukunftskompetenzen zu erlernen. 

In der anschließenden Podiumsdiskussion gingen die Teilnehmenden der Frage auf die Spur, ob Unternehmen genügend Praktika und Angebote für die berufliche Orientierung zur Verfügung stellen. Sie stellten fest, dass es bereits eine Vielzahl von Angeboten vorhanden sind, aber dass in manchen Branchen noch Potenzial bestehen. Einigkeit bestand auch darüber, dass Elternbeiräte ein Türöffner in die Schulen sein können. Allerdings sollte auch bedacht werden, dass die Eltern ehrenamtlich tätig sind und oft nicht mehr leisten können.

Das Praxisforum findet jährlich zwischen dem Landkreis Ravensburg und dem Bodenseekreis statt. 

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Eltern prägen die Berufswahl ihrer Kinder nachhaltig