Für möglichst alle Jugendlichen sollte ein optimaler Übergang realisiert werden und somit eine Teilhabe am Berufsleben und in die Gesellschaft ermöglicht werden. Auf Schülerinnen und Schüler mit individuellen Förderbedarfen gilt es von allen Akteuren der Berufsorientierung eine größere Beobachtung teil werden zu lassen. Gerade in diesem Prozess sind sie auf Unterstützung von Beratern, Lehrkräften, Unternehmen und Eltern angewiesen. In Zeiten von Fachkräftemangel werden junge Menschen mit Handicap für den Arbeitsmarkt gesucht. Doch welche Möglichkeiten haben Schulen sie in diesem Kontext zu begleiten? Zudem gibt es zahlreiche Unterstützungsmaßnahmen wie z. Bsp. Ausbildungsbotschafter und das Berufswahlsiegel von der IHK Bodensee-Oberschwaben, die von allen Akteuren der Berufsorientierung genutzt und angeboten werden können.
Christine Detmer von der Linzgau Kinder- und Jugendhilfe stellte ihr Konzept der Berufsorientierung vor. Hierzu zählt die Janusz-Korczak-Schule (JKS). Sie ist ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt „emotionale und soziale Entwicklung“ (SBBZ ESE). Im 1. Schulhalbjahr findet in den eigenen Räumen eine eigene Berufsmesse mit Schwerpunkt auf Förder- und Hauptschüler*innen statt. Die Schüler*innen werden intensiv in der Vor- und Nachbereitung begleitet. Zudem wird diese Messe für regionale Förderschulen geöffnet. Ca. 200 junge Menschen haben 2023 dieses Angebot genutzt. Die Berufsberatung ist ein ständiger Partner in der Berufsorientierung. Ende des 1. Schulhalbjahres finden Zukunftskonferenzen zu jedem Einzelnen statt. Hier werden in einem Netzwerk zusammen mit dem Schüler*in geplant, wie die weiteren Schritte sind. Frau Detmer ist sich sicher, dass die Jugendlichen von der Janusz-Korczak-Schule nur in einem Verbund von Netzwerkpartnern einen Start ins Berufsleben finden können.
Die IHK Bodensee-Oberschwaben steht mit seinen Programmen wie Ausbildungsbotschafter*innen und dem Boris-Berufswahlsiegel begleitend zur Seite. Die Janusz-Korczak-Schule hat in diesem Jahr das Siegel für ihre hervorragende Berufsorientierung erhalten. Das Siegel wird in Bodensee-Oberschwaben von der IHK organisiert. Das Siegel ist ein Zertifizierungsverfahren, welches Schulen beantragen können. Eine Jury – bestehend aus drei Institutionen – begutachten die Schule. Dabei werden die Themen: Jugendliche, Schule und Netzwerk stärker beleuchtet. Sarah Weishaupt von der IHK legte in ihrem Online-Vortrag dar, dass dies eine besondere Möglichkeit für SBBZ-Schulen sei, um sich über diese Zertifizierung sich selbst zu betrachten und dies als Weiterentwicklungstool zu betrachten. Zudem können Ausbildungsbotschafter*innen einen authentischen Einblick in die Berufsausbildung geben. Schülerinnen und Schüler erhalten konkrete Tipps und Informationen zur Berufswahl aus erster Hand.
Das Online-Forum: Berufsorientierung wird vom Schulamt Markdorf und SCHULEWIRTSCHAFT Baden-Württemberg zweimal im Jahr durchgeführt.
