Wie können humanoide Roboter junge Menschen für Technik begeistern und gleichzeitig wichtige Kompetenzen für die Berufswelt fördern? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein Workshop des regionalen Netzwerks SCHULEWIRTSCHAFT Mannheim im Stadtmedienzentrum Mannheim.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der DIY-Roboter Pib, ein humanoider Open-Source-Roboter, der im 3D-Druck hergestellt und anschließend von den Nutzerinnen und Nutzern selbst zusammengebaut werden kann. Die Teilnehmenden erhielten spannende Einblicke in das innovative Projekt und erfuhren, wie Robotik praxisnah in den Unterricht integriert werden kann.
Neben den technischen Grundlagen wurden vor allem die pädagogischen Potenziale des Projekts vorgestellt. Der Bau und die Programmierung des Roboters fördern nicht nur technisches Verständnis, sondern auch Kreativität, Teamarbeit und Problemlösungskompetenz – Fähigkeiten, die in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt eine zentrale Rolle spielen.
Markus Hartmann, Pädagogischer Mitarbeiter, und Klaus Fries, Techniker vom Stadtmedienzentrum stellten ihre Erfahrungen mit dem Projekt Pib vor. Fünf Mannheimer Schulen hatten im Rahmen eines AG-basierten Pilotprojekts die Möglichkeit, den Roboter eigenständig zu konstruieren und dabei wertvolle Erfahrungen im Bereich Konstruktion, Programmierung und Projektarbeit zu sammeln. Dabei wurden sie intensiv durch das Stadtmedienzentrum Mannheim unterstützt. Auch mit der Firma Insento, die Pib entwickelt hat, stand das Stadtmedienzentrum in regem Austausch und gab Anregungen für Verbesserungen für die pädagogische Umsetzung in der Schule. Die Schülerinnen und Schülern wurden und werden ebenso im Rahmen des Projekts zu kritischem Denken ermuntert und lernten, Probleme zu formulieren, Support anzufordern und eigene Ideen zu entwickeln.
Nach der Vorstellung durch das Stadtmedienzentrum wurde Dr. Jürgen Baier, Geschäftsführer der isento GmbH, live zugeschaltet, um den Teilnehmenden zu erläutern, welche Neuerungen für Pib in der Zukunft geplant sind. Aktuell ist bereits die fünfte Version von Pib in der Fertigstellung. Für die Zukunft ist u.a. angedacht, Pib mit einer taktilen Handfläche mit Drucksensoren auszustatten, damit er besser Dinge greifen kann. Die Idee für Pib entstand ursprünglich aus einer studentischen Masterarbeit heraus, wurde dann zum Selbstläufer und liegt Jürgen Baier nach wie vor am Herzen. Er machte deutlich, dass Pib für sie nicht zum Profit-Bereich ihrer Firma gehört, sondern sie mit dem Projekt einen Beitrag für technische Bildung leisten möchten.
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen Beitrag von Dr. Leila Mekacher von der SRH-Hochschule. Die in Robotik promovierte Hochschullehrerin und Unternehmerin veranschaulichte zum einen, wie viele Berufsfelder durch ein schulisches Robotik-Projekt wie Pib vorgestellt und praktisch erlebbar gemacht werden. Zum anderen gab sie faszinierende Einblicke, wie Augmented Reality-Tools wie Artivive oder Vidnoz die Aufbauanleitung des Roboters ergänzen können, um Jugendlichen den Aufbau durch Videos zu erleichtern.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde deutlich, dass Robotik weit mehr ist als ein technisches Thema. Projekte wie Pib eröffnen Schülerinnen und Schülern einen niedrigschwelligen Zugang zu Zukunftstechnologien und machen Berufe aus den Bereichen Informatik, Mechatronik, Elektrotechnik und Maschinenbau greifbar. Gleichzeitig fördern sie eigenverantwortliches Lernen und zeigen, wie Open-Source-Ansätze gemeinsames Entwickeln und innovatives Denken unterstützen können.
SCHULEWIRTSCHAFT Mannheim bedankt sich herzlich beim Stadtmedienzentrum Mannheim für die Durchführung des Workshops und die inspirierenden Einblicke in dieses zukunftsweisende Bildungsprojekt.
Bei Interesse am Projekt Pib können Sie sich gerne an das Team des Stadtmedienzentrums Mannheim wenden

