Neue Berufe durch und mit KI – Impulse für die Berufsorientierung von morgen

  Rückblick auf eine Veranstaltung des Netzwerks SCHULEWIRTSCHAFT Heilbronn  Heilbronn
Netzwerkveranstaltung von SCHULEWIRTSCHAFT Heilbronn im IPAI Spaces zeigt, warum Kompetenzen wichtiger werden als klassische Berufsbilder und welche Chancen KI für Bildung und Karriere bietet.

Wie verändert Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt – und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Berufsorientierung? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Veranstaltung des Netzwerks SCHULEWIRTSCHAFT Heilbronn am 10. Juni im IPAI Spaces in Heilbronn. Die Veranstaltung entstand in Kooperation mit der IPAI Foundation und bot den Teilnehmenden aus Schulen, Berufsberatung und Ausbildungsbetrieben spannende Einblicke in die Arbeitswelt der Zukunft.

Nach der Begrüßung durch die Netzwerkverantwortlichen stellte Anita Klingel, Head of Science & Transformation der IPAI Foundation, zunächst den Innovationspark für Künstliche Intelligenz (IPAI) vor. In ihrem anschließenden Impulsvortrag „Berufe durch und mit KI – Wie Künstliche Intelligenz die Berufsorientierung und Chancengerechtigkeit von morgen verändert“ zeigte sie auf, warum ein Umdenken in der Berufsorientierung notwendig wird.

Ein zentraler Gedanke ihres Vortrags lautete: Nicht mehr in Berufen, sondern in Kompetenzen bzw. Skills denken. Während traditionelle Berufsbilder häufig als feste Orientierung dienen, verändern sich Tätigkeiten und Anforderungen durch technologische Entwicklungen immer schneller. Laut aktuellen Prognosen werden bis zum Jahr 2030 rund 39 Prozent der heute gefragten Kompetenzen veraltet sein. Für Schulen, Berufsberatende und Unternehmen bedeutet dies, junge Menschen stärker dabei zu unterstützen, überfachliche und anpassungsfähige Kompetenzen zu entwickeln.
Auch die oft diskutierte Frage nach dem Wegfall von Arbeitsplätzen durch KI ordnete Anita Klingel differenziert ein. Ihre Einschätzung: Künstliche Intelligenz wird weniger Jobs ersetzen als vielfach angenommen, jedoch zahlreiche Tätigkeiten verdichten und verändern. Beschäftigte werden künftig häufiger durch KI-Systeme unterstützt und können dadurch produktiver arbeiten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Fähigkeit, Ergebnisse einzuordnen, zu bewerten und sinnvoll weiterzuverarbeiten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft die gesellschaftlichen Auswirkungen der Technologie. KI konzentriert Macht- und Zugangsstrukturen, da Daten, Rechenleistung und technologische Infrastruktur häufig in den Händen weniger Akteure liegen. Dies beeinflusst auch Bildungs- und Karrierechancen. Umso wichtiger sei es, jungen Menschen frühzeitig Kompetenzen im Umgang mit KI zu vermitteln und ihnen einen reflektierten Zugang zu den neuen Technologien zu ermöglichen.

Besonders deutlich wurde der Wandel der beruflichen Anforderungen bei der Beschreibung zukünftiger Arbeitsprozesse: Vom Erstellen und Umsetzen hin zum Prüfen und Integrieren. Während KI zunehmend Inhalte generieren, Analysen erstellen oder Routinetätigkeiten übernehmen kann, gewinnen Fähigkeiten wie Qualitätskontrolle, kritisches Denken, Kontextverständnis und die Integration unterschiedlicher Informationsquellen an Bedeutung.

Abschließend betonte Anita Klingel, dass Kompetenzverluste durch technologische Unterstützung kein neues Phänomen seien. De-Skilling ist normal – Upskilling ist elementar. Entscheidend werde sein, kontinuierliches Lernen als festen Bestandteil von Bildung und Erwerbsleben zu verstehen. Die Bereitschaft, neue Fähigkeiten zu erwerben und bestehende Kompetenzen weiterzuentwickeln, wird zu einer Schlüsselqualifikation der Arbeitswelt von morgen.

Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken. Bei Getränken und Brezeln wurden die vorgestellten Impulse aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert. Ein besonderes Highlight bildete die anschließende Führung durch den „IPAI Living Room“, bei der die Gäste praxisnahe Einblicke in aktuelle KI-Anwendungen und die Vision des Innovationsparks erhielten.

Die Veranstaltung machte deutlich: Berufsorientierung steht vor einem grundlegenden Wandel. Schulen, Berufsberatung und Ausbildungsbetriebe sind gleichermaßen gefordert, junge Menschen nicht nur auf konkrete Berufe vorzubereiten, sondern sie mit den Kompetenzen auszustatten, die ihnen eine erfolgreiche Gestaltung ihrer beruflichen Zukunft in einer zunehmend KI-geprägten Arbeitswelt ermöglichen.
 

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5 skill-orientierte Zukunftsberufe

Die Teilnehmenden beim Netzwerken

Führung Living room

Die Members-Wand