Am 17. November 2022 war es soweit: die Eberbacher Ausbildungsmesse feierte ihr 10jähriges Jubiläum und fand mit 43 Ausstellern aus der Region so groß wie noch nie in der Stadthalle Eberbach statt. Organisiert wurde sie vom Schulleiter Udo Geilsdörfer von der Gemeinschaftsschule Eberbach zusammen mit der Realschule Eberbach. „Es freut uns sehr, dass das Interesse der örtlichen Betriebe, an der Ausbildungsmesse mitzuwirken, so groß ist und dass wir den jungen Leuten nach der Pandemie nun wieder eine solches Forum zur Berufsorientierung bieten können. Viele der jungen Leute wollen nach der Schule hier bei uns in Eberbach oder der Umgebung bleiben, so dass es wichtig ist, die lokalen Arbeitgeber und beruflichen Möglichkeiten vorzustellen“, so Geilsdörfer. Und davon gibt es in der Region nicht zu wenig! Der Ansturm war entsprechend groß und die Ausstellerinnen und Aussteller waren unermüdlich im Einsatz, um die Fragen der Jugendlichen zu beantworten und über ihre Ausbildungsberufe zu informieren.
Die Ausbildungsmesse war auch ein wichtiger Baustein unseres Projekts „Berufsausbildung 4.0 – Berufliche Orientierung goes digital“, an dem die Gemeinschaftsschule Eberbach als Pilotschule mit rund 70 Schülerinnen und Schülern in 2022 teilnimmt. Im Rahmen des Projekts sind auch lokale Betriebe als Partner beteiligt, die den Projektschüler*innen in verschiedenen digitalen und hybriden Berufsorientierungsformaten ihre Ausbildungsmöglichkeiten vorstellen. Bei der Messe kamen die QR-Codes der Bewerbungs-App FINDME an den Ständen der Betriebe zum Einsatz, die es Betrieben und Jugendlichen ermöglicht, ganz unkompliziert per App mit einander in Kontakt zu kommen. Die FINDME-App, die seit Juli 2022 in allen App-Stores kostenlos erhältlich ist, ist Kooperationspartner im Projekt BA 4.0. Im Nachgang zu den Gesprächen auf der Messe können die Schüler*innen und Schüler nun über FINDME mit den Betrieben, für die sie sich interessieren, in Kontakt bleiben und zum Beispiel nach einem Praktikums- oder Ausbildungsplatz fragen. Sogar eine komplette digitale Bewerbung lässt sich über die App erstellen und abschicken.
Das Projekt BA 4.0 ist mit der Ausbildungsmesse nun in die letzte Runde bis Jahresende eingetreten. Noch bis Mitte Dezember finden hybride Technik-Workshops mit der Wissenswerkstatt Friedrichshafen statt. Dieses innovative Format funktioniert wie folgt: Online per Videokonferenz angeleitet von einer Lehrkraft der Wissenswerkstatt, probieren sich die Jugendlichen im Klassenzimmer z.B. im technischen 3D-CAD-Zeichnen oder schrauben einen Zylinder eines Verbrennungsmotors zusammen. Beim 3D-CAD-Zeichnen brauchen die Schülerinnen und Schüler lediglich einen Computer. Für die Unterrichtsstunde zum Motor haben sie im Vorfeld die vollständigen Materialien inklusive Bausatz, Schrauben und Werkzeuge pro Person von der Wissenswerkstatt zugeschickt bekommen. An die Online-Anleitung übers SmartBoard sind die Schülerinnen und Schüler schon längt gewöhnt, nur die üblichen gelegentlichen Internet- oder Technikaussetzer sind störend. Davon abgesehen werden die Technik-Angebote der Wissenswerkstatt gut angenommen und bieten eine willkommene Gelegenheit für die Lehrkräfte, das Erprobte in ihrem BO- oder WBS-Unterricht aufzugreifen. Dass sie die zusammengebauten Motor-Zylinder behalten dürfen, sorgt bei den Schülerinnen und Schüler ebenfalls für gute Stimmung.
Neben diesen technischen Einblicken steht für die 9. Klassen noch ein Bewerbungstraining des Eberbacher Unternehmens GELITA AG an. Die 10. Klassen waren bereits vor ein paar Wochen dran. Auszubildende und eine HR-Mitarbeiterin von GELITA informieren die Schülerinnen und Schüler in der Schule über die Ausbildung im Unternehmen. Anschließend geben sie Tipps für eine gute Bewerbung und ein sicheres Auftreten im Vorstellungsgespräch. Was könnten z.B. „gemeine“ Fragen sein, auf die man im Vorstellungsgespräch besser vorbereitet sein sollte? Per Video-Schalte erhalten die Jugendlichen auch einen kurzen Einblick in den Betrieb, damit sie sich ein Bild von den Begebenheiten vor Ort machen können.
Das Projekt BA 4.0 ist Anfang des Jahres landesweit an sechs Pilotschulen gestartet mit dem Ziel, innovative digitale und hybride Berufsorientierungsformate an Schulen neu zu denken, zu erproben und damit die guten, bewährten Angebote vor Ort sinnvoll zu ergänzen. Nach Abschluss des Projekts BA 4.0 wird eine Good Practice-Sammlung aus den erfolgreichen Berufsorientierungsformaten zusammengefasst und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Denn eines ist klar: auch unabhängig vom Pandemiegeschehen bieten viele hybride und digitale Ansätze eine tolle Ergänzung zur klassischen Berufsorientierung.
Wir danken am Standort Eberbach schon jetzt sehr herzlich der Gemeinschaftsschule Eberbach und den beteiligten Betrieben für Ihr großes Engagement. Mit dabei waren: Katholischer Kindergarten St. Maria, Eaton Crouse-Hinds GmbH, Michael Gärtner GmbH, Volksbank Neckartal, Klaus Schüssler GmbH, Volksbank Neckartal eG, NDW Draht und Stahl GmbH, Wasser- und Schifffahrtsamt Neckar, GELITA AG und die Stadtverwaltung Eberbach.
Das Projekt "Berufsausbildung 4.0 - Zukunft gestalten" wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg und unterstützt durch SCHULEWIRTSCHAFT Baden-Württemberg. Die Umsetzung erfolgt durch den Projektträger des Bildungswerks der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V., BBQ Bildung und Berufliche Qualifizierung gGmbH.
Bei Fragen zur Projektumsetzung in Eberbach wenden sie sich bitte an:
Annika-Maren Gebauer, Service SCHULEWIRTSCHAFT Baden-Württemberg
Regionales Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis




