Beim 5. Digitalen Fachnachmittag Berufsorientierung der vier Netzwerke SCHULEWIRTSCHAFT in Heilbronn-Franken und dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) stand am 30.4.25 ein hochaktuelles Thema im Mittelpunkt: der zunehmende Anstieg psychischer Störungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Deutlich wurde dabei, dass auch das Alter der Ersterkrankung stetig sinkt – mit weitreichenden Auswirkungen auf Schule, Ausbildung und Berufsorientierung.
Im Hauptvortrag der Psychologin und Psychotherapeutin Susanna Strauß erhielten die über 80 Beteiligten einen fundierten Überblick über häufige psychische Erkrankungen in der Jugend – insbesondere Depressionen, Angst- und Traumafolgestörungen sowie emotionale Instabilität mit Symptomen wie Reizbarkeit, starken Gefühlsschwankungen und Impulsivität. Besonders praxisrelevant waren ihre Hinweise zum Umgang mit betroffenen Jugendlichen, zu Gesprächsführung, Deeskalation und zur Weitervermittlung an geeignete Stellen.
Nach dem Vortrag präsentierte Angela Meglio-Fritzmann vom FABI e. V. Main-Tauber das wertvolles BO-Angebot „Ausbildungsbotschafter“. Dieses Programm qualifiziert Auszubildende ihre Erfahrungen direkt vor Schulklassen weiterzugeben.
In der Workshop-Phase teilten sich die Beteiligten in fünf Workshop-Räume auf. Im Workshop 1 „Herausforderung psychische Erkrankung - Impulse, Austausch mit Fragen & Antworten“ ging die Hauptreferentin tiefer auf einzelne psychologische Störungen ein. Ramona Schlesier und Michael Elbs vom Netzwerk Q 4.0 Südwest zeigten im Workshop 2 „KI-Assistenten für BO & Ausbildung - Unterstützungsmöglichkeiten durch Künstliche Intelligenz entdecken“ wie anhand von Chatbots z.B. die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch geübt werden kann. Im Workshop 3 „Social Media für BO & Ausbildungsrecruiting - Tipps & Ratschläge für die eigene Öffentlichkeitsarbeit“ motivierte
Mario Retzbach von R. STAHL aus Waldenburg es einfach mal auszuprobieren. Das Motto von Workshop 4 lautete „Ausbildungsfähigkeit – Erwartungen von Betrieben - welche Ausbildungsreife sollten Schüler & Schülerinnen mitbringen?“. Ausbildungsleiter Markus Lange von Bosch in Abstatt und Laura Wohlbach und Claudia Chab vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Heilbronn gaben Einblicke und Umfragen weiter wie es darum steht. Im Workshop 5 drehte sich alles um das Thema „BO-Mentoring & Azubicoaching - Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung & Abbruchverhinderung“. Die beiden Senior Experten Klaus Harder von VerAplus Heilbronn und Guido Rebstock von der Innovationsregion Hohenlohe e. V. berichteten von konkreten Jugendlichen, die durch die intensive Begleitung Unterstützung erlebten.
Besonders eindrücklich waren die Rückmeldungen der Teilnehmenden:
- „Am meisten beeindruckt hat mich die hohe Anzahl an jungen Menschen mit psychischen Problematiken. Der Vortrag von Frau Strauß war hervorragend.“
- „Vom Vortrag ist mir folgendes wichtig geworden: Ich habe mir sechs Seiten Notizen gemacht :). Die Vorträge haben bei mir viele Gedankenanstöße gegeben. Auch wenn die Ausbildung bei uns im Haus schon gut läuft, kann sie immer verbessert und modernisiert werden.“
- „Das nehme ich aus dem Workshop mit: KI-Nutzungsmöglichkeiten – dort habe ich viele neue Einsatzmöglichkeiten für den BO-Unterricht erfahren!“
- „Folgendes möchte ich in meinem Alltag umsetzen: Social Media gezielt einsetzen.“
Veranstaltet wird die jährliche Onlineveranstaltung von den vier regionalen Netzwerken SCHULEWIRTSCHAFT Main-Tauber-Kreis, Hohenlohekreis, Schwäbisch Hall und Heilbronn in Zusammenarbeit mit dem ZSL – Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung.
Der Termin für den 6. Digitalen Fachnachmittag Berufsorientierung in Heilbronn-Franken ergibt sich aus der regelmäßigen Terminierung: Dem ersten Mittwoch nach den Osterferien. Save the date: Mittwoch, 15. April 2026!





