Der Einladung von SCHULEWIRTSCHAFT Schwäbisch Gmünd zum Besuch des Stauferklinikums folgten zwanzig Schul- und Unternehmensvertreter. Christopher Franken, Kaufmännischer Standortleiter des Stauferklinikums, führte die Besucher vorbei an der Apotheke zu den neuen Räumen der Notaufnahme. Im Seminarraum des Klinikums endete die Führung mit einem Vortrag zu verschiedenen Themen rund um den Klinikalltag.
Franken informierte die SCHULEWIRTSCHAFT-Teilnehmenden über Zahlen und Fakten des Klinikums. Das Klinikum verfügt über 402 Planbetten und versorgt pro Jahr stationär über zwanzig tausend Patienten und ambulant über vierzig tausend Patienten. Die aktuelle Mitarbeiterzahl liegt bei 1315 Fachkräfte. Die meisten Mitarbeiter arbeiten im Pflegedienst, ärztlichen Dienst und medizinisch-technischen Dienst. Das Klinikum hat sich neben der Grund- und Regelversorgung spezialisiert auf die Frühgeborenenstation, das onkologische Zentrum, Endroprothetikzentrum und ein regionales Traumazentrum. Das Stauferklinikum hat eine Auszeichnung als „Babyfreundliches Krankenhaus“ erhalten, da es sehr stillfreundlich ist und dafür Stillberaterinnen zum Einsatz bringt.
Vor allem die anwesenden Lehrkräfte zeigten großes Interesse an den vorgestellten Ausbildungsberufen und Studiengänge am Klinikum. Jedes Jahr werden dreißig Ausbildungsplätze zum Pflegefachmann oder Pflegefachfrau besetzt. Davon schließen etwa zwanzig Pflegefachkräfte ihre Ausbildung ab und werden meist von der Klinik übernommen. Daneben werden Auszubildende zur Operationstechnischen Assistenz, zum Kaufmann oder Kauffrau für Büromanagement, zur Medizinisch-technischen Labor- oder Radiologiieassistenz und weitere Gesundheitsberufe ausgebildet. Duale Studiengänge sind im Bereich der Gesundheits-und Pflegewissenschaft und Hebammenwissenschaft möglich.
Franken stellte „StauferPURZEL“ vor, eine neue Kindertagesstätte für die Betriebsangehörigen, die für maximal 45 Kinder ausgestattet wurde. Die geplanten Betreuungszeiten beginnen bereits um 6.00 Uhr morgens, passend für die Frühschicht.
Entsprechend dem Krankenhauszukunftsgesetz beschäftigt sich das Klinikum mit „Kliniken Ostalb digital“. Die bereitgestellten Bundesmittel werden beispielsweise in die elektronische Dokumentation, in E-Learning-Tools und in ein Patientenportal investiert.
Gesprächsthema war auch die Mangelfinanzierung der Kliniken im Ostalbkreis. Im Zuge der Rationalisierungen wurden aus neun Krankhäuser aktuell drei Kliniken in Ellwangen, Aalen und Schwäbisch Gmünd. Der Kostendruck hat nicht naschgelassen und deshalb arbeitet der Kreistag an einem Zukunftskonzept der Klinikversorgung im Ostalbkreis. Diskutiert werden drei verschieden Varianten. Das erste Modell sieht zwei starke Kliniken als Regionalversorger vor . Das zweite Modell geht von einem Regionalversorger und einem Grundversorger aus. Bei beiden Varianten wird eine Klinik geschlossen. Die dritte Idee bedeutet das Ende aller bestehenden Kliniken und ein Neubau als Regionalversorger mit „Gesundheitscampi“. Bis zur endgültigen Entscheidung wird es noch heftige Diskussionen geben.
Daniela Maschka-Dengler, Vorsitzende von SCHULEWIRTSCHAFT Schwäbisch Gmünd, bedankte sich bei Christopher Franken für seine Ausführungen zu den Herausforderungen im Klinikalltag. Maschka-Dengler schloss den Nachmittag ab mit dem Wunsch „Für uns als Schwäbisch Gmünder wäre der Fortbestand des Stauferklinikums wünschenswert. Denn das Klinikum ist ein wichtiger Arbeitgeber und die Arbeits- und Ausbildungsplätze vor Ort sind für die Stadt wichtig. Doch die Argumentation, dass Facharztstellen in größeren Klinken besser besetzt sind und wichtige Operationen in noch höherer Qualität durchgeführt werden, ist ein starkes Argument Klinken zu bündeln.“


