Philip Herzer vom BIBB referierte zu den Forschungsergebnissen „Wie suchen junge Menschen ihren Beruf aus? Welche Faktoren beeinflussen die Berufswahl?“. Über 50 Zuhörenden aus Schulen, Unternehmen, Beratungseinrichtungen und anderen Institutionen folgten seinen Ausführungen.
Philip Herzer ging in seinen Ausführungen auf die Einflussfaktoren in der Berufswahl ein. Dabei wird dieser Prozess von einer Reihe von Faktoren beeinflusst, die die Orientierungs- und Entscheidungsprozesse junger Menschen bestimmen können. Zum einen sind es die elterlichen Erwartungen oder auch die Meinung Gleichaltriger. Zudem kommt noch der jeweilige Ausbildungsmarkt mit Angebot und Nachfrage ins Spiel. Eine Ausbildungsstelle soll im Umfeld des jungen Menschen eine hohe Wertigkeit darstellen. Dies ist keine leichte Aufgabe für Schulabgänger. Sie betrachten sich als aktiv gestaltende Akteure im Berufswahlprozess und möchten sich nicht mehr nur als Konsumenten von Berufsinfos verstehen.
Angebote in der Berufsorientierung sollen stärker die Fähigkeiten und Interessen der Schülerinnen und Schüler einbeziehen sowie Vorbilder der Ausbildungsberufe vorstellen. Dabei sollen Rollenbilder aufgebrochen und elterliche Erwartungen hinterfragt werden.
Philip Herzer ist seit 2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Zunächst befasste er sich in einem Forschungsprojekt mit der Frage, welche Faktoren entscheidend für die Berufswahl junger Menschen sind und wovon diese Faktoren beeinflusst werden.
In einer anschließenden Austauschrunde zwischen der DIAKONIE, dem Schulamt, der IHK Bodensee-Oberschwaben, dem Bildungszentrum Meckenbeuren mit Herrn Herzer gingen sie gemeinsam auf mögliche Handlungsansätze für die berufliche Orientierung junger Menschen. Ein Weg ist es, eine größere Präsenz von Ausbildungsvorbildern an Schulen oder Bildungsmaßnahmen, um auf Augenhöhe sich zu bewegen. Zudem sollten Berufe und Arbeitsfelder mit einer niedrigeren Wertigkeit ihre Stellung in der Arbeitswelt verändern. Hier können positive Akzente gesetzt werden.
Das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Ravensburg-Bodensee besteht aus der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben, der Kreishandwerkerschaft Ravensburg und Bodenseekreis, Südwestmetall, Agentur für Arbeit und SCHULEWIRTSCHAFT Baden-Württemberg. Gemeinsam organisieren sie einen jährlichen Veranstaltungskalender, um Akteuren in der Berufsorientierung Informationen zur Verfügung zu stellen. Damit soll der Übergang Schule-Beruf regional besser gestaltet werden.
